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12. April 2018 – Tag 3


 


Der Tag beginnt wieder zu zeitig, obwohl wir eine halbe Stunde später vom Hotel lostrabten als sonst. Um 10 stand ein Besuch des Bildungsministeriums an, wo uns der Vizebildungsminister empfing. Mit dabei war unser Botschafter, der nun inzwischen dreimal Zeit für uns hatte. In einem Konferenzraum mit einem ordentlich großen Konferenztisch trafen dann die Delegationen zusammen. Es war fast so wie bei den großen Besprechungen, die man immer mal im Fernsehen sieht. Es fehlten nur die Landesfahnen. Wir fühlten uns übel wichtig. Die Begrüßung und der Dialog erfolgten dann mithilfe eines Dolmetschers, der den Botschafter begleitete. Nochmal wichtig. Insgesamt gab es recht erfreuliche Signale von beiden Seiten, vom Minister und vom Botschafter. Man betonte die Dialogfreude und unser Bildungsminister M. Tullner ließ eine Einladung über Herrn Birkholz an den Minister Armeniens übergeben. So wird also demnächst armenischer Besuch in Sachsen-Anhalt weilen. Die übliche Vorstellungsrunde, diesmal ausschließlich durch unsere Schüler war obligatorisch und natürlich charmant von unserer Schule. Unter anderem sollten sie ihre Eindrücke von Armenien vor versammelter Mannschaft wiedergeben. Das haben sie wirklich souverän gelöst.


Der Vizeminister erläuterte dann, dass ca. 12-13% der Schüler in Armenien Deutsch als erste Fremdsprache haben, dass die armenischen Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden (bald sollen) und somit Deutsch nach Englisch die zweitwichtigste Fremdsprache ist. Außerdem möchte Armenien möglichst viele Studenten nach Deutschland schicken, derzeit sind es etwa 700, eine Verdopplung innerhalb der letzten 5 Jahre. Wichtig dabei ist die Schulpartnerschaft mit deutschen Schulen und auch aus diesem Grund unterstützt er auch ausdrücklich die Partnerschaft mit Deutschland (Sachsen-Anhalt), freut sich über das deutsche Interesse und sagt Hilfe zu. Dabei prägte er folgenden wichtigen Satz, dem man durchaus Allgemeingültigkeit zumessen kann: „Wenn das Ministerium nicht stört, ist das schon eine große Hilfe!“ Ich finde das sehr weise. Am Ende versprach auch der Botschafter Unterstützung, besonders auch dabei, das nächste College in unser Pasch System aufzunehmen. Das ist für uns wichtig, schließlich soll das unsere Partnerschule werden. Am Ende gab`s noch eine Flasche Wein vom Weingut der Landesschule für den Minister und unser Besuch endete.


Für uns hieß das, ab ins Taxi und Fahrt zum Matenadaran. Das Matenadaran ist ein Museum in welchem sämtliche Schriften in der armenischen Sprache aufbewahrt werden. Dort hörten wir, dass die armenische Schrift aus 36 Buchstaben besteht und hier im Archiv eine Übersicht über alle weltweit verstreuten Archive existiert. Laut Weltkarte, die übrigens noch die DDR zeigte, muss ein solches Archiv auch in Mitteldeutschland existieren.


Ab dann war Freizeit. Hurra! Wir liefen zum Hotel, aßen ein wenig und nutzten die Zeit um einen Straßenmarkt zu besuchen. Dort sollten ein paar Souvenirs und Mitbringsel für die Lieben zu Hause erworben werden. Leider war der Markt aber etwas anders bestückt, als ich es im Oktober erlebte. Somit war nur begrenzt Shopping möglich. Es ging aber trotzdem. Witzig war die Erfahrung in der Post. Wir wollten Postkarten verschicken, was gar nicht so einfach war. Es begann schon damit, dass es keine Briefmarken gibt. Lediglich im offiziellen Postkonsum waren diese erhältlich und den gab es genau einmal in Jerewan. Als wir ihn gefunden hatten, gab es die Briefmarken und gleich den Stempel und den Schlitz (blaue Holzbox) für die Weiterverarbeitung dazu. Klasse!


Zurück ins Hotel und nach einer halben Stunde brachen wir wieder auf um das letzte Museum zu besuchen. Ararat. Eine Kognakfabrik. Ich habe mich drauf gefreut. Leider versäumten wir im Vorfeld eine Führung anzumelden, auch alle Überredungskünste inklusive Dackelblick nützten nichts. Die Antwort war: Du kommst hier net rein. Schade! Haben wir eben nur ne Flasche ab Werk gekauft.


So, dann war wieder Zeit für Abendessen, was wir diesmal in der Reisegruppe Aschersleben gemütlich zelebrierten. Also Fleisch machen, das ist wirklich eine hervorragende Eigenschaft der armenischen Küche.


Und ganz spät am Abend (22.00 Uhr) traf dann nochmal die gesamte Gruppe mit den deutschen Kollegen in Jerewan (ich konnte endlich mal bisschen mit Holger und Gaya erzählen) zusammen und noch mal kurz über Erlebtes zu erzählen und zu resümieren. Der Reiseverantwortliche Herr Birkholz zog ein ausgesprochen positives Fazit, was wir aus unserer Sicht nur bestätigen können.


Nach den obligatorischen Abschlussgesprächen in der Lobby ging es wieder ins Bett.


 


13. April (Freitag!) 2018 – die Rückreise


 


Extrem zu zeitig begann der Tag. 5 (!) Uhr, zur Erinnerung Aschersleber Zeit 3 Uhr, war Abfahrt ab Hotel. Das Einchecken am Flughafen funktionierte reibungslos, ich bekam zweimal Fensterplatz, die 3 Mädels saßen zusammen. Alles prima.


Im Flugzeug saß ich dann wieder neben 2 grimmig Guckern, die aber dafür gar nicht mal so gut rochen. Besonders, wenn sie in meine Richtung atmeten. Es brannte etwas in der Nase und erste kleine Tränchen bahnten sich den Weg. Mahlzeit! 2 Reihen vor mir saß ein schreiendes Kind, ich war müde, und draußen regnete es. Auch Jerewan war traurig, dass wir uns wieder verabschiedeten.


Ich las, aß wieder lecker Pappbrötchen, wir stiegen in Moskau um, flogen weiter und landeten wohlbehalten in Berlin Schönefeld. Mein Kindle meldete 100%. Top. Buch geschafft.


Die Verabschiedung in Schönefeld von den anderen Mitreisenden war dann doch auch ein bisschen traurig, weil man neue sympathische Menschen kennengelernt hat, und eine wirklich tolle Zeit gemeinsam verbringen konnte mit unendlich vielen Eindrücken, die noch zu verarbeiten sind.


Wieder hab ich die Wartenummer am Terminal (Koffer und Kinder stehengelassen) für die Zwillinge versucht und auch diesmal habe ich sie abgeholt. Die Fahrt dann war etwas ruhiger, müde Kinder sind einfach nicht so gesprächig. Das ist auch gut. Staulos ging es bis nach Aschersleben, wo glückliche Eltern ihre ebenfalls glücklichen Kinder in Empfang nahmen. Und ich freute mich auf zu Hause.


Fazit: Es bleibt dabei. Armenien ist ein schönes Land, mit herzlichen gastfreundlichen Menschen, voller Geschichte und Kultur, das darauf wartet erobert zu werden.


Ich hoffe sehr, dass es gelingt die Partnerschaft mit dem internationalen Schüleraustausch mit Leben zu erfüllen.


Ein herzlicher Dank geht an die Verantwortlichen des Landes, Herrn Dr. Birkholz und Herrn Schmitt, dafür, dass sie uns die Gelegenheit gaben, Teil der Delegation zu sein.


Ich hoffe auf ein 3. Armenisches Tagebuch!!!









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